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Welche Naturheilverfahren werden angewandt?

Ordnungstherapie, Phytotherapie, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie und Hydrotherapie gelten als die fünf klassischen Naturheilverfahren. Sie waren in der Vergangenheit stets Bestandteil der sogenannten "Schulmedizin" und traten erst durch rasante Entwicklungen der Antibiotika und modernste operative Verfahren in den Hintergrund.

 

Heute haben diese Naturheilverfahren einen wesentlichen Anteil an der Behandlung von chronischen Langzeiterkrankungen wie z.B. rheumatischen Erkrankungen (Weichteilrheumatismus, Chronische Polyarthritis, Arthrose).

Wassertherapie (Hydrotherapie)

Schon immer waren die wohltuenden Kräfte, die reinigende, heilende und erholsame Wirkung des Wassers bekannt. Pfarrer Kneipp beschrieb 1866 in seinem Buch "Die Wasserkur" die verschiedenen Formen der Wasserbehandlung mit über 100 Einsatzformen. Auch heute bedeutet die Hydrotherapie den Einsatz von Wasser  mit sehr unterschiedlichen Temperaturen. So können Kälteanwendungen in Form von Eis aber auch von extrem kalter Luft erfolgen.

 

Die Blutgefäße werden trainiert und die Hautdurchblutung verbessert. Ein CO2- Wasserbad oder CO2-Gasbad fördert die Gesamtdurchblutung. Dampfbäder, bei denen bestimmte salzhaltige Aerosole oder ätherische Öle zugesetzt werden und auch die Sauna mit Temperaturen von bis zu 100° C bei ganz geringer Luftfeuchtigkeit ergänzen das Therapieprogramm. Manchmal wird gleichzeitig der Einsatz von Wärme und Kälte notwendig. Durch diesen Wechselreiz werden die Blutgefäße trainiert, ihre Eigenregulationskraft gesteigert und vor allem das Immunsystem gekräftigt.

 

 

Peloidtherapie (Fango, Moor, Heilerde)

Unter diesen Heilverfahren versteht man die Behandlung mit Materialien, die aus dem Erdreich entnommen wurden. Die unterschiedlichen Substanzen werden aufgrund ihrer Heilwirkung bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. So sind z.B. die Moorinhaltsstoffe eingehend untersucht worden und deren entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung allgemein bekannt.

 

Durch die Wärmeentwicklung, z. B. in Überwärmungsbädern, wird die Durchblutung lokal oder im gesamten Körper verbessert. Neben rheumatischen Erkrankungen werden durch diese Therapien auch Muskel-, Haut-, orthopädische sowie gynäkologische Erkrankungen (Senkungsbeschwerden, Wechseljahrsbeschwerden, Sterilität u.a.) behandelt.

 

Bewegungs- und Massagetherapie (Kinesiotherapie)

Mit gezielten Bewegungsübungen erfolgt ein therapeutischer Einfluss auf den gesamten Organis-mus. Bewegungsübungen im Bewegungsbad führen durch den Auftrieb zu einer erleichterten Mobilisation. Regelmäßige gezielte Bewegungstherapie nimmt auf viele Formen von Erkrankungen Einfluss. Sie fördert beispielsweise den Genesungsprozess bei Neurodermitis und Patienten leiden deutlich seltener an Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen. Die Atmungstherapie zählt ebenfalls zu den anwendbaren Therapien bei Asthma bronchiale oder chronischer Bronchitis.

Klassische Massagebehandlungen werden neben der Lymphdrainage durchgeführt. Sie beeinflussen den Körper auf reflektorischem Wege und ermöglichen somit eine gezielte Einflussnahme auf innere Organe.

 

Lichttherapie (Heliotherapie)

Unter Heliotherapie wird die Behandlung mit Licht verstanden. Dabei  unterscheidet man die Arten der Behandlung, die gänzlich dem natürlichen Sonnenlicht entsprechen und solche, die speziell die Ultraviolettstrahlen A und B des Sonnenlichtes beinhalten. Beide Formen werden in der Klinik Blankenstein eingesetzt. Die selektive UVA und UVB-Therapie ist vor allem für Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis und Akne sinnvoll.

 

Im Kalziumstoffwechsel des Menschen spielt die ausreichende Sonnenbestrahlung eine wichtige Rolle. Daneben bietet sich die Behandlung mit dem Spektrum des Sonnenlichtes insbesondere bei jahreszeitlich bedingten Depressionen und zur Verbesserung des Allgemeinbefindens als Therapieform an. Einige chronisch erkrankte Patienten leiden zusätzlich oft unter einer tiefen Traurigkeit oder einer Depression und können begleitend mit der Lichttherapie erfolgreich behandelt werden.

 

Pflanzentherapie (Phytotherapie)

Die Phytotherapie ist die Behandlung mit heilwirksamen Pflanzen bzw. deren Teilen und daraus abgeleiteten Zubereitungen, die das natürliche Vielstoffgemisch der Pflanze enthalten. Heute greift die Pflanzentherapie auf weit über 200 verschiedene pflanzliche Formen zurück, die in Form von Salben, Dragees, Tabletten, Kaltauszügen oder anderen Anwendungsmöglichkeiten verabreicht werden können.

 

In der Pflege erfolgt täglich und regelmäßig die Anwendung von Pflanzen durch Wickel und Auflagen. Auch Bäder mit pflanzlichen Zusätzen gehören zu einem harmonisch und therapeutisch sinnvoll abgestimmten Gesamtkonzept. Ein Melissenbad wirkt somit beispielsweise beruhigend auf den Körper, während ein Rosmarinbad eine anregende Wirkung hat. Im Rahmen der biologischen Spritzen- und Infusionstherapie kommen eine Vielzahl von Heilpflanzen zur Anwendung.
In einer speziell eingerichteten phytotherapeutischen Abteilung kann der Patient selber lernen, individuell auf seinen Therapieplan abgestimmte Heiltees zuzubereiten.

 

Ernährungstherapie

Die Ernährung spielt bezüglich der Krankheitsentstehung eine entschei­den­de Rolle. Daher hat die Therapie mit vollwertigen Lebens­mit­teln in der Abteilung Naturheilkunde einen hohen Stel­len­wert. Hierbei handelt es sich nicht um eine rohkostbetonte und mit Körnern überfrachtete Kost, sondern um eine dem Krank­heits­ge­schehen angepasste, individuell bekömmliche Kostform, die den Organismus entlastet und Selbstheilungskräfte fördert. Die schmackhafte und wertschonende Zubereitung der eingesetzten vollwertigen Lebens­mit­tel sichert die optimale Nährstoffzufuhr insbesondere im Hinblick auf Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.


Typisch für die naturheilkundliche Ernährungstherapie ist das Heil­fas­ten, das insbesondere bei den Erkrankungen des rheu­ma­ti­schen Formenkreises, Hauterkrankungen oder auch dem metabolischen Syndrom (Adipositas, Diabetes mellitus, Fett­stoff­wechsel­stö­rungen) angezeigt ist. Unter dem stationären Heilfasten werden schnell Stoffwechselbelastungen vermindert und oftmals können Medi­ka­men­te, wie z. B. Cortison oder Schmerzmittel reduziert werden.

 

Ordnungstherapie

Ordnungstherapie bildet die Basis aller Naturheilverfahren und unterstützt den Menschen bei der Erarbeitung und Umsetzung von gesundheitsfördernden Lebensordnungen im körperlichen und seelischen Bereich. Die Lebensordnung, nach der die natürlichen Abläufe des Organismus geregelt werden, erfordert einen gesunden, ausreichenden Schlaf, aber auch einen entsprechend gestalteten Lebensrhythmus.

 

Ziel einer gesundheitsorientierten Ordnungstherapie ist, dass der Patient Krank-heitsbewältigungs- und Selbsthilfestrategien entwickelt und somit die Entwicklung einer gesunden Lebensweise unterstützt wird. Positive seelische Impulse sowie individuell abgestimmte Programmpläne zur Gesundheitserhaltung unterstützen den Patienten dabei, Beratungsgespräche durch das Ordnungs­­thera­­pie­team runden das Therapieangebot ab.

 

Akupunktur

Die Akupunktur als ein Baustein der chinesischen Medizin, wird besonders bei Schmerzzuständen erfolgreich eingesetzt. In Kombi­na­tion mit den anderen Verfahren kann manch einem Patienten, der bisher keine Besserung fand, geholfen werden. Migräne, Wechsel­jahrs­be­schwer­den, Kopfschmerzen oder Ischiasbeschwerden sind nur einige Beispiele für den vielseitigen Anwendungsbereich der Aku­punk­tur. Die Schmerzbehandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der spezialisierten  Abteilung für Schmerztherapie in der Klinik.

 

Elektrotherapie

In der Klinik Blankenstein wird Elektrotherapie zur Schmerz­­be­­käm­pfung vor allem bei Muskel- und rheumatischen Erkrankungen ein­ge­setzt, bei entzündlichen Gelenkbeschwerden auch zur Einbringung von Medikamenten.
Die Anwendung von Ultraschall in bestimmten Gelenkbereichen wirkt durchblutungsfördernd und hilft insbesondere nach Verletzungen bei der Auflösung von Blutergüssen. Alle Elektrotherapien sind völlig schmerzlos und werden von unseren Patienten als angenehm und mild wahrgenommen.

 

Weitere Verfahren

Von den historisch bewährten Verfahren werden besonders die Blutegeltherapie und die Schröpftherapie mit großem Erfolg durchgeführt, vor allem wenn sie in das Gesamttherapiekonzept eingebettet sind. Die klassische Homöopathie wird in der Klinik Blankenstein weitergeführt, wenn der Patient Homöopathika mitbringt oder eine solche Behandlung besonders angebracht erscheint. Neben der Homöopathie wird auch die Neuraltherapie angewandt.